Von Böcken und Gärtnern

Öise Bruno“ Hug, Polenfresser und Westentaschen-Berlusconi am oberen Zürichsee, will jetzt auch noch Stadtpräsident von Rapperswil-Jona werden. Dann kann er dann mit der Rechten unterschreiben, was er mit der Linken beantragt hat. Überraschende Gratiswahlwerbung gibt es von der NZZ. Ihr journalistischer Neuzugang, Lucien Scherrer, nutzte die Sommerflaute um seiner Bewunderung für den „millionenschweren Unternehmer und Verleger“ in einem seitenlangen Artikel freien Lauf zu lassen. Scherrer kommt schliesslich von der Weltwoche zur NZZ (warum eigentlich?), dass ihn Millionäre mit verlegerischen und politischen Ambitionen faszinieren, erstaunt da weiter nicht wirklich. Und schon in der Weltwoche hat er‘s mit der Recherche nicht immer so genau genommen. So auch hier. Scherrer schrieb:

„Einerseits müssen selbst seine Gegner einräumen, dass er viel Positives bewirkt hat. So ist es massgeblich Hugs Initiative zu verdanken, dass die Gemeinden Rapperswil und Jona im Jahr 2005 doch noch fusioniert haben, nach jahrzehntelangem Lavieren. Oder dass das Schloss von einem mässig populären Polenmuseum befreit werden soll.“

Mässig populär? Kein Museum zwischen den Städten Zürich und Rapperswil hat eine derart hohe Besucherfrequenz, rund 10‘000 Eintritte pro Jahr. Und kostet die öffentliche Hand so wenig: 0 Fr.

Und „befreit“ werden? Hat ihm Bruno wieder erzählt, „die Polen“ auf dem Schloss, das sei wie  damals die Franzosen in Algerien? Und der Scherrer übernimmt diesen Unsinn bis in den Wortlaut?

Scherrer hin, Populismus her, man kann jedenfalls gespannt sein, wie viele in Rapperswil-Jona bereit sind, den Bock zum Gärtner zu machen. Und was der Bock dann noch alles so fressen will.

Von Grabschändern und Meuchelmördern

 

Warum eigentlich ist die Leugnung des Holocausts ein Straftatbestand? Und warum ärgert sich die offizielle Türkei, wenn man den Völkermord an den Armeniern als solchen bezeichnet?

Weil es stossend ist, wenn die Mörder von damals frech ihre Tat bemänteln. Und weil es eine nachträgliche Verhöhnung der Opfer ist, wenn die Mörder nach der Bluttat noch bestimmen wollen, was man von den Ereignissen zu halten hat.

Was schaudern macht, ist letztlich die niedere Gesinnung der Täter. Noch mit dem blutverschmierten Messer in der einen Hand und der geraubten Beute in der andern, lügen sie ihre Tat schön.

Im viel kleineren Massstab, auf der Ebene des bauernschlauen Seldwyla, lässt sich eine solche Bemäntelungspolitik auch bei der geplanten Vertreibung „der Polen“ aus dem Schloss Rapperswil beobachten. Im neuen Schloss-Konzept sei ja weiterhin ein Polenmuseum vorgesehen, berichteten einige naive Jungjournalisten anlässlich dessen Vorstellung. Die Polen würden also gar nicht vertrieben? Doch, natürlich! Das ist ja gerade das Ziel der Übung. Um dies zu bemänteln haben die Konzeptmacher einen Ausstellungsraum UEBER das Polenmuseum eingeplant (immerhin ja das einzig Berichtenswerte aus der Geschichte des Schlosses – das hat man offenbar inzwischen sogar bis in die einschlägigen fremdenfeindlichen Kreisen hinein einsehen müssen.) Eine Ausstellung über das Polenmuseum also, das man gerade dabei ist gewaltsam zu schliessen? Natürlich, denn so können die neuen Schlossherren und Museumsmörder die Inschrift auf dem Grabstein des Opfers auch noch selber bestimmen. Wie so etwas aussehen könnte hat Hugs Duzfreund Steiner ja schon mal skizziert:  Auf- und abfahrende Koffer zeigen den Auszug des Polenmuseums. Verhöhnung der Opfer, eben.

Das Polenmuseum als Bauernopfer?

 

Wie weiland Berlusconi, so verdankt auch Bruno Hug seine Macht dem faktischen Medienmonopol, das er am Untersee hat. Welche Formen das annehmen kann, sah man in der gehässigen Kampagne, welche Hugs Obersee-Nachrichten gegen Erich Zoller entfachte. Auch illustrativ der „Faxterror“ Hugs gegen den Kandidaten Zoller, wie dokumentiert unter: http://www.erichzoller.ch/medien/Mailterror_von_Bruno_Hug.pdf

Nun ist Zoller aber trotzdem Stadtpräsident geworden, wenn auch äusserst knapp. Und damit übernahm er auch das Dossier Polenmuseum, resp. die Bearbeitung von Hugs Ambitionen, das Schloss Rapperswil polenfrei zu machen. Auch hier hat Hug sich ja ein paar dirty tricks einfallen lassen. Mit seiner Zeitung orchestrierte er das Nein zum ursprünglichen Konzept. Auf  der entsprechenden facebook-Seite wurden Schweizer Prominente ungefragt mit Fotos und Namen für die Vertreibungskampagne aufgeführt.

Trotz all dieser Machenschaften schwenkten die Ortsbürgergemeinde und die politische Gemeinde langsam auf Hugs Kurs ein. So meint auch Zoller auf Anfrage der NZZ, ein „Museum im herkömmlichen Sinn wird es dazu [zur polnisch-schweizerischen Geschichte] künftig aber nicht mehr geben.»

Da fragt man sich natürlich, ob das Polenmuseum für Zoller die Rolle eines Bauernopfers spielt. Wirf dem Hug das Schloss zum Frass vor und dann lässt er dich vielleicht bei den nächsten Wahlen in Ruhe. „Die Polen“ andererseits, sind ja nicht stimmberechtigt – das ideale Opfer für solch lokalpolitische Kalküls also.

 

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“ (Helmut Schmidt)

Ein neutraler Experte, so liess die Stadt Rapperswil-Jona verlauten, soll nun bis in den  Sommer ein Neukonzept zum Schloss erstellen.

Der Neutrale ist Otto Jolias Steiner. Und ins Spiel gebracht wurde er von Bruno Hug, dem Möchte-gern-Schlossherrn und Polenfresser. Hug und nicht etwa die Stadt hat den „Neutralen“ ausgegraben und Hug ist mit ihm ja auch schon seit geraumer Zeit auf der Pirsch um die Beute gesehen worden. Soviel erstmal zur Neutralität.

Bleibt der Experte. Otto Jolias Steiner hat „eine Vision“, er kann nämlich „lesen, was das Gebäude kann“, ja, „herausfinden, was es zutiefst sagen will“ – ein echter Schlossflüsterer also. Und uns schwant auch schon, welcher Arte seine Vision sein wird. Als PR-Mensch macht er ja keine Mördergrube aus dem, was er da „zutiefst“ im Innern entdeckt: „Rambazamba“ fragt ihn die Presse? und „immer wieder, ja“, antwortet der Spezialist für „Erlebniswelten“.

Würde sich der neutrale Experte mit den nackten Zahlen beschäftigen (denen, die das Schloss betreffen, nicht mit den von Hug vermittelten Honoraren), dann hätte er schon gemerkt, dass nicht das Polenmuseum mit seinen 10’000 Besuchern im Jahr das Problem ist, sondern das defizitäre Restaurant, dessen Mitbesitzer – wie könnte es anders sein – niemand anders als ‚öise Bruno’ ist.

Also: Der Steuerzahler besoldet ein Konzept dafür, dass Bruno Hug mit dem Schloss möglichst viel Knete machen kann. Das Rezept heisst „Erlebniswelt“ (für den Gebrauch unter Halbgebildeten übrigens auch „subversive Interventionen“ genannt). Und das Polenmuseum soll dafür auf die Strasse gestellt werden. Kennen wir alles schon! Neu ist nur der Söldner Steiner, der’s richten soll.

Der grosse Manipulator – oder warum ‘öise Bruno’ trotz allen Betrügereien immer kriegt, was er will

Wer so Politik mache, „dessen Glaubwürdigkeit ist völlig im Keller“ (Doris Fiala), er hat nämlich „gezielt einen Weg gewählt“, der als „klarer Missbrauch“ zu werten ist (Röbi Koller), abgesehen davon, ist er zumindest „nicht sonderlich anständig“ (Pascale Bruderer). Die Rede ist vom grossen Manipulator Bruno Hug und seinen Unterschriftsaktionen.

Man erinnert sich: Eine Facebook-Gruppe die Brunos Herzenswunsch unterstützte (‚Polen raus! – Bruno rein auf Schloss Rapperswil!’) wuchs in wenigen Tagen auf über 1000 Mitglieder, wie ‚öise Bruno’ dem Schweizer Fernsehen stolz vermeldete. Aber: die wenigsten der rund 1000 Prominenten  waren wirklich Mitglieder, man hatte sie mit einem Trick auf die Facebookseite gehievt. „Das ist ein klarer Missbrauch. Die Person, die das programmiert hat, wusste das genau, denn da wird  gezielt ein Weg gewählt, den Facebook erlaubt“, meinte eines der Opfer, Röbi Koller, dazu.

Bruno Hug seinerseits wollte dann vor der Kamera zum Thema nichts mehr sagen.

Er ist für solche Manipulation auch anderweitig bekannt. Um in den Vorstand des Landschaftsschutzes zu kommen z.B., brachte er gleich seine Wähler als Neumitglieder mit. Man kennt ihn so in Rapperswil-Jona. Vielleicht macht ihn das gerade so populär in gewissen Kreisen. Wie die Hälfte der Italiener ja den Berlusconi gerade wegen seiner Skandale  liebte: „È un furbo“, er ist eben ein Schlaumeier, sagten sie und hofften, ihnen falle vom Tisch des Schlaumeiers auch gelegentlich etwas ab.

Wer’s seinerzeit verpasst hat: http://www.srf.ch/player/video?id=85c4dda8-d29b-4c5e-91fd-d9fbb58555f7

Gottfried-Keller-Preis für Hugs Hofschranze Gerold Späth

Gottfried Keller ist wohl der weltweit berühmteste Schweizer Schriftsteller. Seine „Leute von Seldwyla“ gibt es eben auch überall – Menschen, die sich selbst zu wichtig nehmen, verlogen und letztlich einfach raffgierig sind; solche Menschen leben ja nicht nur in der Schweiz. Und Keller liess sich von ihnen auch nicht den Schneid abkaufen, sondern glaubte an die Vernunft, die sich mit einer Demokratie durchsetzen würde. So unterstützte er auch den polnischen Freiheitskampf und setzte sich dann auch für die Flüchtlinge aus Polen in der Schweiz ein. Nur durch seine Vermittlung entstand das Polenmuseum in Schloss Rapperswil.  Und da gab es auch noch einen Hintergedanken: Mit den Leuten, die Keller schweizweit in den Polenkomitees mobilisierte, half er mit, den allein mächtigen Mann der Schweiz, den Eisenbahnbaron Escher, zu stürzen und die direkten Volksrechte in der Schweiz in die Verfassung zu bringen.

 

Kein Wunder gibt es unter den vielen Literaturpreislein der Schweiz auch einen Gottfried-Keller-Preis. Und 2010 bekam diesen Preis Gerold Späth.  Es geht nämlich die Mär, dass Späth den Rapperswilern mit seinen Romanen derart gründlich den Spiegel vorgehalten  und sich mit (lokal)politischem Querschiessen so unbeliebt gemacht habe, dass er praktisch gezwungen gewesen sei ins Exil zu gehen. Von dort ist er aber jetzt zurück und kriegt zum Einstand besagten Gottfried-Keller-Preis. Was die Jury wohl nicht wusste: Gerold Späth gehörte schon 2008 zum Phantomverein „Pro Schloss“ von Bruno Hug, der sich bekanntlich das Schloss Rapperswil unter den Nagel reissen will. Und dafür wollen Hug und seine Entourage ja das von Gottfried Keller mitbegründete Polenmuseum liquidieren.

Den Gottfried-Keller-Preis für einen Schriftsteller, der Beutezüge eines windigen Seldwyla-Lokalmatadors unterstützt statt solches denunziert? Für einen, der das von Gottfried Kellers initiierte Polenmuseum mit dem Schlachtruf „Polen raus!“ liquidieren will?

Da hatte die Jury wohl Tomaten auf den Augen.

Kleine Anfrage an die Damen und Herren Juroren: Gibt es da eigentlich auch eine Preisaberkennungsverfahren wie bei den gemogelten Doktorarbeiten?

Von Provinznestern und Weltstädten

Zürich zum Beispiel ist eine kleine Weltstadt. Eine Weltstadt ist eine weltbekannte Stadt, wo der durchschnittliche Tourist hingeht, wenn er schon mal in der Gegend ist. Denn eine Weltstadt ist auch eine weltoffene Stadt, die sich auf ihrer Internationalität was zu gute hält und mit Kulturevents oder Standortmarketing versucht, soviel Internationales wie möglich anzuziehen. Es gibt grössere Städte als Zürich, Millionenstädte, die reine Provinzstädte sind, praktisch ohne Expats, ausländische Firmen oder überregionale kulturelle Ausstrahlung (oder was haben Sie schon von  Saporoschje, Daegu oder Santa Cruz gehört?).

Und Provinzstädte sind naturgemäss die meisten Kleinstädte dieser Erde. Die versuchen tapfer das Image loszuwerden, indem sie kleine Eiffelturmkopien in den Stadtpark stellen oder ein Denkmal für Elton Johan auf dem Marktplatz errichten und sich dabei selber als Schläulinge feiern. Und genau wegen solchen Aktionen belächelt man sie ja als Provinzler.

Jetzt gibt es aber auch einige Kleinstädte mit internationalem Bezug. Oder warum etwa gäbe es sonst  ein spanisches Wort für Schaffhausen (Escafusa) und wie kommt es, dass es im Warschauer Zentrum eine Strasse für „Raperszwyl“ gibt? Natürlich liegt das an der historischen Bedeutung des Polenmuseums. Und was dort gezeigt wird, ist wieder weltläufig genug, dass man darüber auch schon in der New York Times nachlesen konnte.

Und wie kommt es, dass das Polenmuseum in Rapperswil und nicht etwa in Zürich steht? Ganz einfach: Als in Zürich vor bald 150 Jahren das Projekt einer Freiheitssäule für die unterdrückten Polen diskutiert wurde, machten die Unterdrücker gewaltig Druck. Die Zürcher Kantonsregierung zog den Schwanz vor der russischen Diplomatie ein und Gottfried Keller vermittelte Rapperswil als Standort für das provokative Denkmal. Und kurz darauf konnte zusätzlich das vernachlässigte Schloss vor dem Abriss gerettet werden und  zum polnischen Nationalmuseum im Exil gemacht werden. Daher die Bedeutung von Raperszwyl für Polen!

Echte Provinzler ficht solches natürlich nicht an. Echte Provinzler ärgern sich über Dinge, die über ihren Tellerrand reichen. Polen raus und irgendein Vampir-Grusel-Ritter-Disneyland rein! Dann ist es hier wie überall: Rum-Ta-Ta für Dummies und Pinke-Pinke für irgendeinen Lokalmatador. Provinzlerherz, was willst du mehr?

Merke: Es ist nie zu spät, einen Fehler, den man nicht gemacht hat, doch noch zu machen.  Darum: Kultur raus, Kommerz rein und tapfer vorwärts in die Bedeutungslosigkeit!

 

 

Algerienkrieg in Rapperswil

Manchmal sitzen sich ja sehr ungleiche Leute gegenüber. Zum Beispiel Diplomaten und Bullshiter, in unserem Fall: polnische Diplomaten und Lokalmatador Bruno Hug. Dass sich der Bruno Hug das Schloss Rapperswil krallen will und dazu das Polenmuseum liquidieren will, hat sich ja schon herumgesprochen. Aber natürlich muss man das auch noch irgendwie rechtfertigen. Vor allem, wenn man von den Vertretern der polnischen Regierung nach Gründen gefragt wird. Da kann man ja dann nicht einfach sagen: Ausländer raus! Bruno rein! oder so.

Also sagt der Bruno Hug den verblüfften polnischen Diplomaten, „die Polen“ auf Schloss Rapperswil, das sei für die Einwohner von Rapperswil-Jona so, wie seinerzeit die Besetzung Algeriens durch die Franzosen!

Polnische Kolonialmacht in Rapperswil-Jona? Samt Bürgerkrieg, Verrat und Folter? Ein Volk erhebt sich unter Führung von Hadschi Bruno ben Hadschi Chug ibn Hadschi Zastra al-Mafya und kämpft für seine Freiheit? Was für ein gewaltiger Bullshit ist denn das!?

Nun ist sicher nur wenigen bekannt, dass der polnische Graf Plater geradezu zum Kauf des Schlosses eingeladen worden sind, damals, am Anfang des Polenmuseums. Man hätte es sonst wohl abgerissen.  Die meisten haben aber schon davon gehört, dass Polen vier Mal in seiner Geschichte in Besatzungszonen aufgeteilt wurde, auch dass die Nazis das Land in die killing fields Europas verwandelten. Wenn jemand gerade nicht Besetzer, sondern ständig Besetzter war, dann sicher Polen.  Darum ja auch die vielen polnischen Emigrationswellen in die Schweiz.

Es ist natürlich keine Schande, das alles nicht so genau zu wissen.  Allerdings sollte man  dann auch nicht so unqualifizierten Stuss daherreden wie unser coq du village Bruno Hug. Das ist eben Bullshit, wenn Leute glauben, über Dinge reden zu müssen, von denen sie nichts verstehen.  Und sich dabei in die eigene Tasche lügen!

Schlossherrenleben in Rapperswil

Burgen, das ist so richtig was für Bubenherzen. Ritter, Burgfräuleins und Turniere, davon träumen sie alle, „öise Bruno“ Hug der unbedingt  Schlossherr in Rapperswil werden will oder sein Vorbild Silvio Berlusconi, der ja auch „cavaliere“, Ritter, ist. Aber natürlich müssen dafür erst mal die Ausländer raus, im Fall von Schloss Rapperswil also „die Polen“.

Irgendwie kommt einem die Geschichte bekannt vor. Da war doch schon mal so ein  verhinderter Ritter, der Schlossherr zu Rapperswil werden wollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte nämlich die neu erstandene Volksrepublik Polen Hand auf das Museum gelegt und die Ortsgemeinde mit stalinistischer Propaganda geärgert. Diese kündigte – nicht ohne Mühe – den Vertrag auf. Polen nahm die Exponate nach Warschau, das Schloss war nicht nur „leer gedacht“ (Bruno Hug), es war wirklich leer. Und da kommt er ins Spiel, der andere Ritter von der traurigen Gestalt: Herbert Wolfgang Stuber Graf von Caboga-Lovatelli,  der eine Idee hatte, wie es zu füllen wäre, wenn er nur Burgherr sein dürfte. Originellerweise machte er im Schloss (das ja bekanntlich eine Burg ist) ein Burgenmuseum. Mit Burgenmodellen aus Karton. Und Zinnsoldaten darum. Und Folterwerkzeugen aus Gips. Die üblichen vorpubertären Mittelalter-Fantasien halt!

Grössere Projekte gab es nur eines: Bei der Innen-Renovation des Schlosses wurde von der polnischen Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert soviel wie immer möglich zerstört. Denn der Herr Graf war erstens natürlich ein Titelschwindler,  zweitens aber ein NSDAP-Mitglied der ersten Stunde, mehr noch: SS-Mann und als solcher, wie Himmler, ein Burgenfan. Im Reich hatte er bereits eine eigene  Burg gehabt, mit polnischen Zwangsarbeiterinnen und allem was ein Herrenmensch so braucht. Auch diese Burg hat er übrigens verschandelt. Von Burgen verstand er eben soviel wie „öise Bruno“ – nichts.

Losgeworden ist man den Betrüger übrigens wegen seinen Unterschlagungen und finanziellen Kungeleien. In die Räume zog wieder ein Polenmuseum.

Aus der Geschichte lernen heisst, nicht alles wiederholen zu müssen.

Inside Schloss Rapperswil

In Rapperswil geschehen zur Zeit eigenartige Dinge. Der Herrscher über Rapperswil, Bruno Hug, auch als ‘Öise Bruno’  bekannt, möchte das Polenmuseum aus dem  Schloss Rapperswil werfen.

Besitzer vom Schloss Rapperswil ist nicht etwa Bruno Hug, sondern die Ortsgemeinde Rapperswil, deren Repräsentanten – warum auch immer – mit Bruno Hugs Stimme sprechen.

In diesem Blog zeigen wir, wie die Ortsgemeinde eine in der Welt einmalige Institution, wie es das Polenmuseum ist, den privaten Interessen ihres Herrschers Bruno Hug opfert.