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Algerienkrieg in Rapperswil

Manchmal sitzen sich ja sehr ungleiche Leute gegenüber. Zum Beispiel Diplomaten und Bullshiter, in unserem Fall: polnische Diplomaten und Lokalmatador Bruno Hug. Dass sich der Bruno Hug das Schloss Rapperswil krallen will und dazu das Polenmuseum liquidieren will, hat sich ja schon herumgesprochen. Aber natürlich muss man das auch noch irgendwie rechtfertigen. Vor allem, wenn man von den Vertretern der polnischen Regierung nach Gründen gefragt wird. Da kann man ja dann nicht einfach sagen: Ausländer raus! Bruno rein! oder so.

Also sagt der Bruno Hug den verblüfften polnischen Diplomaten, „die Polen“ auf Schloss Rapperswil, das sei für die Einwohner von Rapperswil-Jona so, wie seinerzeit die Besetzung Algeriens durch die Franzosen!

Polnische Kolonialmacht in Rapperswil-Jona? Samt Bürgerkrieg, Verrat und Folter? Ein Volk erhebt sich unter Führung von Hadschi Bruno ben Hadschi Chug ibn Hadschi Zastra al-Mafya und kämpft für seine Freiheit? Was für ein gewaltiger Bullshit ist denn das!?

Nun ist sicher nur wenigen bekannt, dass der polnische Graf Plater geradezu zum Kauf des Schlosses eingeladen worden sind, damals, am Anfang des Polenmuseums. Man hätte es sonst wohl abgerissen.  Die meisten haben aber schon davon gehört, dass Polen vier Mal in seiner Geschichte in Besatzungszonen aufgeteilt wurde, auch dass die Nazis das Land in die killing fields Europas verwandelten. Wenn jemand gerade nicht Besetzer, sondern ständig Besetzter war, dann sicher Polen.  Darum ja auch die vielen polnischen Emigrationswellen in die Schweiz.

Es ist natürlich keine Schande, das alles nicht so genau zu wissen.  Allerdings sollte man  dann auch nicht so unqualifizierten Stuss daherreden wie unser coq du village Bruno Hug. Das ist eben Bullshit, wenn Leute glauben, über Dinge reden zu müssen, von denen sie nichts verstehen.  Und sich dabei in die eigene Tasche lügen!

Schlossherrenleben in Rapperswil

Burgen, das ist so richtig was für Bubenherzen. Ritter, Burgfräuleins und Turniere, davon träumen sie alle, „öise Bruno“ Hug der unbedingt  Schlossherr in Rapperswil werden will oder sein Vorbild Silvio Berlusconi, der ja auch „cavaliere“, Ritter, ist. Aber natürlich müssen dafür erst mal die Ausländer raus, im Fall von Schloss Rapperswil also „die Polen“.

Irgendwie kommt einem die Geschichte bekannt vor. Da war doch schon mal so ein  verhinderter Ritter, der Schlossherr zu Rapperswil werden wollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte nämlich die neu erstandene Volksrepublik Polen Hand auf das Museum gelegt und die Ortsgemeinde mit stalinistischer Propaganda geärgert. Diese kündigte – nicht ohne Mühe – den Vertrag auf. Polen nahm die Exponate nach Warschau, das Schloss war nicht nur „leer gedacht“ (Bruno Hug), es war wirklich leer. Und da kommt er ins Spiel, der andere Ritter von der traurigen Gestalt: Herbert Wolfgang Stuber Graf von Caboga-Lovatelli,  der eine Idee hatte, wie es zu füllen wäre, wenn er nur Burgherr sein dürfte. Originellerweise machte er im Schloss (das ja bekanntlich eine Burg ist) ein Burgenmuseum. Mit Burgenmodellen aus Karton. Und Zinnsoldaten darum. Und Folterwerkzeugen aus Gips. Die üblichen vorpubertären Mittelalter-Fantasien halt!

Grössere Projekte gab es nur eines: Bei der Innen-Renovation des Schlosses wurde von der polnischen Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert soviel wie immer möglich zerstört. Denn der Herr Graf war erstens natürlich ein Titelschwindler,  zweitens aber ein NSDAP-Mitglied der ersten Stunde, mehr noch: SS-Mann und als solcher, wie Himmler, ein Burgenfan. Im Reich hatte er bereits eine eigene  Burg gehabt, mit polnischen Zwangsarbeiterinnen und allem was ein Herrenmensch so braucht. Auch diese Burg hat er übrigens verschandelt. Von Burgen verstand er eben soviel wie „öise Bruno“ – nichts.

Losgeworden ist man den Betrüger übrigens wegen seinen Unterschlagungen und finanziellen Kungeleien. In die Räume zog wieder ein Polenmuseum.

Aus der Geschichte lernen heisst, nicht alles wiederholen zu müssen.

Inside Schloss Rapperswil

In Rapperswil geschehen zur Zeit eigenartige Dinge. Der Herrscher über Rapperswil, Bruno Hug, auch als ‘Öise Bruno’  bekannt, möchte das Polenmuseum aus dem  Schloss Rapperswil werfen.

Besitzer vom Schloss Rapperswil ist nicht etwa Bruno Hug, sondern die Ortsgemeinde Rapperswil, deren Repräsentanten – warum auch immer – mit Bruno Hugs Stimme sprechen.

In diesem Blog zeigen wir, wie die Ortsgemeinde eine in der Welt einmalige Institution, wie es das Polenmuseum ist, den privaten Interessen ihres Herrschers Bruno Hug opfert.