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Das Polenmuseum als Bauernopfer?

 

Wie weiland Berlusconi, so verdankt auch Bruno Hug seine Macht dem faktischen Medienmonopol, das er am Untersee hat. Welche Formen das annehmen kann, sah man in der gehässigen Kampagne, welche Hugs Obersee-Nachrichten gegen Erich Zoller entfachte. Auch illustrativ der „Faxterror“ Hugs gegen den Kandidaten Zoller, wie dokumentiert unter: http://www.erichzoller.ch/medien/Mailterror_von_Bruno_Hug.pdf

Nun ist Zoller aber trotzdem Stadtpräsident geworden, wenn auch äusserst knapp. Und damit übernahm er auch das Dossier Polenmuseum, resp. die Bearbeitung von Hugs Ambitionen, das Schloss Rapperswil polenfrei zu machen. Auch hier hat Hug sich ja ein paar dirty tricks einfallen lassen. Mit seiner Zeitung orchestrierte er das Nein zum ursprünglichen Konzept. Auf  der entsprechenden facebook-Seite wurden Schweizer Prominente ungefragt mit Fotos und Namen für die Vertreibungskampagne aufgeführt.

Trotz all dieser Machenschaften schwenkten die Ortsbürgergemeinde und die politische Gemeinde langsam auf Hugs Kurs ein. So meint auch Zoller auf Anfrage der NZZ, ein „Museum im herkömmlichen Sinn wird es dazu [zur polnisch-schweizerischen Geschichte] künftig aber nicht mehr geben.»

Da fragt man sich natürlich, ob das Polenmuseum für Zoller die Rolle eines Bauernopfers spielt. Wirf dem Hug das Schloss zum Frass vor und dann lässt er dich vielleicht bei den nächsten Wahlen in Ruhe. „Die Polen“ andererseits, sind ja nicht stimmberechtigt – das ideale Opfer für solch lokalpolitische Kalküls also.

 

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“ (Helmut Schmidt)

Ein neutraler Experte, so liess die Stadt Rapperswil-Jona verlauten, soll nun bis in den  Sommer ein Neukonzept zum Schloss erstellen.

Der Neutrale ist Otto Jolias Steiner. Und ins Spiel gebracht wurde er von Bruno Hug, dem Möchte-gern-Schlossherrn und Polenfresser. Hug und nicht etwa die Stadt hat den „Neutralen“ ausgegraben und Hug ist mit ihm ja auch schon seit geraumer Zeit auf der Pirsch um die Beute gesehen worden. Soviel erstmal zur Neutralität.

Bleibt der Experte. Otto Jolias Steiner hat „eine Vision“, er kann nämlich „lesen, was das Gebäude kann“, ja, „herausfinden, was es zutiefst sagen will“ – ein echter Schlossflüsterer also. Und uns schwant auch schon, welcher Arte seine Vision sein wird. Als PR-Mensch macht er ja keine Mördergrube aus dem, was er da „zutiefst“ im Innern entdeckt: „Rambazamba“ fragt ihn die Presse? und „immer wieder, ja“, antwortet der Spezialist für „Erlebniswelten“.

Würde sich der neutrale Experte mit den nackten Zahlen beschäftigen (denen, die das Schloss betreffen, nicht mit den von Hug vermittelten Honoraren), dann hätte er schon gemerkt, dass nicht das Polenmuseum mit seinen 10’000 Besuchern im Jahr das Problem ist, sondern das defizitäre Restaurant, dessen Mitbesitzer – wie könnte es anders sein – niemand anders als ‚öise Bruno’ ist.

Also: Der Steuerzahler besoldet ein Konzept dafür, dass Bruno Hug mit dem Schloss möglichst viel Knete machen kann. Das Rezept heisst „Erlebniswelt“ (für den Gebrauch unter Halbgebildeten übrigens auch „subversive Interventionen“ genannt). Und das Polenmuseum soll dafür auf die Strasse gestellt werden. Kennen wir alles schon! Neu ist nur der Söldner Steiner, der’s richten soll.

Der grosse Manipulator – oder warum ‘öise Bruno’ trotz allen Betrügereien immer kriegt, was er will

Wer so Politik mache, „dessen Glaubwürdigkeit ist völlig im Keller“ (Doris Fiala), er hat nämlich „gezielt einen Weg gewählt“, der als „klarer Missbrauch“ zu werten ist (Röbi Koller), abgesehen davon, ist er zumindest „nicht sonderlich anständig“ (Pascale Bruderer). Die Rede ist vom grossen Manipulator Bruno Hug und seinen Unterschriftsaktionen.

Man erinnert sich: Eine Facebook-Gruppe die Brunos Herzenswunsch unterstützte (‚Polen raus! – Bruno rein auf Schloss Rapperswil!’) wuchs in wenigen Tagen auf über 1000 Mitglieder, wie ‚öise Bruno’ dem Schweizer Fernsehen stolz vermeldete. Aber: die wenigsten der rund 1000 Prominenten  waren wirklich Mitglieder, man hatte sie mit einem Trick auf die Facebookseite gehievt. „Das ist ein klarer Missbrauch. Die Person, die das programmiert hat, wusste das genau, denn da wird  gezielt ein Weg gewählt, den Facebook erlaubt“, meinte eines der Opfer, Röbi Koller, dazu.

Bruno Hug seinerseits wollte dann vor der Kamera zum Thema nichts mehr sagen.

Er ist für solche Manipulation auch anderweitig bekannt. Um in den Vorstand des Landschaftsschutzes zu kommen z.B., brachte er gleich seine Wähler als Neumitglieder mit. Man kennt ihn so in Rapperswil-Jona. Vielleicht macht ihn das gerade so populär in gewissen Kreisen. Wie die Hälfte der Italiener ja den Berlusconi gerade wegen seiner Skandale  liebte: „È un furbo“, er ist eben ein Schlaumeier, sagten sie und hofften, ihnen falle vom Tisch des Schlaumeiers auch gelegentlich etwas ab.

Wer’s seinerzeit verpasst hat: http://www.srf.ch/player/video?id=85c4dda8-d29b-4c5e-91fd-d9fbb58555f7

Gottfried-Keller-Preis für Hugs Hofschranze Gerold Späth

Gottfried Keller ist wohl der weltweit berühmteste Schweizer Schriftsteller. Seine „Leute von Seldwyla“ gibt es eben auch überall – Menschen, die sich selbst zu wichtig nehmen, verlogen und letztlich einfach raffgierig sind; solche Menschen leben ja nicht nur in der Schweiz. Und Keller liess sich von ihnen auch nicht den Schneid abkaufen, sondern glaubte an die Vernunft, die sich mit einer Demokratie durchsetzen würde. So unterstützte er auch den polnischen Freiheitskampf und setzte sich dann auch für die Flüchtlinge aus Polen in der Schweiz ein. Nur durch seine Vermittlung entstand das Polenmuseum in Schloss Rapperswil.  Und da gab es auch noch einen Hintergedanken: Mit den Leuten, die Keller schweizweit in den Polenkomitees mobilisierte, half er mit, den allein mächtigen Mann der Schweiz, den Eisenbahnbaron Escher, zu stürzen und die direkten Volksrechte in der Schweiz in die Verfassung zu bringen.

 

Kein Wunder gibt es unter den vielen Literaturpreislein der Schweiz auch einen Gottfried-Keller-Preis. Und 2010 bekam diesen Preis Gerold Späth.  Es geht nämlich die Mär, dass Späth den Rapperswilern mit seinen Romanen derart gründlich den Spiegel vorgehalten  und sich mit (lokal)politischem Querschiessen so unbeliebt gemacht habe, dass er praktisch gezwungen gewesen sei ins Exil zu gehen. Von dort ist er aber jetzt zurück und kriegt zum Einstand besagten Gottfried-Keller-Preis. Was die Jury wohl nicht wusste: Gerold Späth gehörte schon 2008 zum Phantomverein „Pro Schloss“ von Bruno Hug, der sich bekanntlich das Schloss Rapperswil unter den Nagel reissen will. Und dafür wollen Hug und seine Entourage ja das von Gottfried Keller mitbegründete Polenmuseum liquidieren.

Den Gottfried-Keller-Preis für einen Schriftsteller, der Beutezüge eines windigen Seldwyla-Lokalmatadors unterstützt statt solches denunziert? Für einen, der das von Gottfried Kellers initiierte Polenmuseum mit dem Schlachtruf „Polen raus!“ liquidieren will?

Da hatte die Jury wohl Tomaten auf den Augen.

Kleine Anfrage an die Damen und Herren Juroren: Gibt es da eigentlich auch eine Preisaberkennungsverfahren wie bei den gemogelten Doktorarbeiten?