„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“ (Helmut Schmidt)

Ein neutraler Experte, so liess die Stadt Rapperswil-Jona verlauten, soll nun bis in den  Sommer ein Neukonzept zum Schloss erstellen.

Der Neutrale ist Otto Jolias Steiner. Und ins Spiel gebracht wurde er von Bruno Hug, dem Möchte-gern-Schlossherrn und Polenfresser. Hug und nicht etwa die Stadt hat den „Neutralen“ ausgegraben und Hug ist mit ihm ja auch schon seit geraumer Zeit auf der Pirsch um die Beute gesehen worden. Soviel erstmal zur Neutralität.

Bleibt der Experte. Otto Jolias Steiner hat „eine Vision“, er kann nämlich „lesen, was das Gebäude kann“, ja, „herausfinden, was es zutiefst sagen will“ – ein echter Schlossflüsterer also. Und uns schwant auch schon, welcher Arte seine Vision sein wird. Als PR-Mensch macht er ja keine Mördergrube aus dem, was er da „zutiefst“ im Innern entdeckt: „Rambazamba“ fragt ihn die Presse? und „immer wieder, ja“, antwortet der Spezialist für „Erlebniswelten“.

Würde sich der neutrale Experte mit den nackten Zahlen beschäftigen (denen, die das Schloss betreffen, nicht mit den von Hug vermittelten Honoraren), dann hätte er schon gemerkt, dass nicht das Polenmuseum mit seinen 10’000 Besuchern im Jahr das Problem ist, sondern das defizitäre Restaurant, dessen Mitbesitzer – wie könnte es anders sein – niemand anders als ‚öise Bruno’ ist.

Also: Der Steuerzahler besoldet ein Konzept dafür, dass Bruno Hug mit dem Schloss möglichst viel Knete machen kann. Das Rezept heisst „Erlebniswelt“ (für den Gebrauch unter Halbgebildeten übrigens auch „subversive Interventionen“ genannt). Und das Polenmuseum soll dafür auf die Strasse gestellt werden. Kennen wir alles schon! Neu ist nur der Söldner Steiner, der’s richten soll.

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